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Yosemite Nationalpark

Wer auf einem Roadtrip durch die USA unterwegs ist wird an einem definitiv nicht vorbeikommen: den Nationalparks. Wir haben auf unserem Trip mehrere Nationalparks besucht: den Grand Canyon Nationalpark, den Yosemite Nationalpark und den Yellowstone Nationalpark, den Zion Nationalpark, den Arches Nationalpark, den Bryce Canyon Nationalpark, den Capitol Reef Nationalpark und den Glacier Nationalpark

Allgemein

Was du über die Nationalparks in den USA wissen solltest: sie sind alle ähnlich aufgebaut. Die Parks werden alle von der Regierung betreut und geführt, sodass nicht nur die Reiseführer und Touristenbroschüren gleich aussehen, alle Parks haben auch eine ähnliche Ausstattung. Du wirst in den Parks neben Restaurants, Fast-Food-Ständen und Supermärkten auch Kaffeestände und sogar Post- und Bankfilialen finden. Der Yosemite Nationalpark ist allerdings nicht inmitten des Valleys mit einer Tankstelle ausgestattet, wie andere Parks, sodass du auf jeden Fall bevor du in den Park einreist deinen Tank füllen solltest. Die Tankstellen sind ungefähr 40-50 km von dem Zentrum des Parks, wo du dich vermutlich aufhalten wirst, entfernt und da sie in einem Nationalpark gelegen sind entsprechend teurer. Daher rate ich dir in einiger Entfernung zu dem Nationalpark zu tanken. 

 

Der Yosemite Nationalpark liegt in Kalifornien und es ist entsprechend mild in dem Gebiet, sodass der Park das ganze Jahr über geöffnet hat. Da der Yosemite Park allerdings sehr hoch liegt kann sich das Klima auch hier schnell ändern. Auf deiner Packliste sollte also Kleidung für jede Wetterlage stehen. Informier dich hier https://www.nps.gov/yose/planyourvisit/conditions.htm vorab was du einpacken solltest. Meine Empfehlung für eine Packliste kannst du hier (LINK) nachlesen.

 

Wir haben den Yosemite Nationalpark im Mai besucht, da der Park aber ganzjährig geöffnet ist (allerdings in der Herbst-/Winterzeit nur über die Route 140 aus Richtung San Francisco zu erreichen) lohnt sich hier definitiv auch ein Besuch zu jeder Jahreszeit. Vor allem aufgrund des extrem hohen Andranges würde ich dir von einem Besuch in der Hauptreisezeit hier abraten. 

 

Was kannst du in dem Yosemite Nationalpark erwarten? Hohe und sehr steile Granitfelswände, Wasserfälle in jeder Größe und Variante, eine riesige und wunderschöne Wildnis und vieles mehr. Der Yosemite Nationalpark ist im Vergleich zu dem Yellowstone Nationalpark (LINK) was die Besucherfläche angeht relativ klein, es gibt zwei Valleys, also Zentren mit Einkaufsmöglichkeiten, Bistros und Cafès. Dafür ist das „Hinterland“ (fast 95 % des Parks) mit circa 3.107 Quadratkilometern riesig und hat entsprechend viel zu bieten. 

 

 

Du kannst auch dein Auto stehen lassen, denn der Yosemite Nationalpark bietet, wie der Grand Canyon Nationalpark (LINK), einen kostenlosen Shuttlebus https://www.nps.gov/yose/planyourvisit/publictransportation.htm an. Dieser operiert in dem Zeitraum vom 15. März bis Ende Oktober und bringt dich zu einem von rund 19 Stopps innerhalb des Yosemite Nationalparks.

Gebühren

Die Gebühren sind aufgrund der einheitlichen Führung durch die Regierung ebenfalls einheitlich. Es gilt -Stand 2019- folgendes:

 

Jedes nicht kommerzielle Fahrzeug muss eine Gebühr in Höhe von $35,00 (Motorräder müssen $30,00 zahlen) entrichten und darf sich dann 7 Tage im Yosemite Nationalpark aufhalten. Die Passagiere in dem Fahrzeug müssen keinen gesonderten Eintritt zahlen. 

 

Solltest du zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Park „einreisen“ musst du für 7 Tage eine Gebühr in Höhe von $20,00 zahlen.

 

Solltest du mehr als zwei Nationalparks besuchen oder länger als 7 Tage in einem Nationalpark bleiben wollen lohnt es sich in dem Yosemite Nationalpark den America the Beautiful—National Parks and Federal Recreational Lands Annual Pass zu kaufen. Dieser liegt bei $80,00, sodass es sich ab dem Besuch von drei Nationalparks rentiert diesen anzuschaffen. Mit diesem Pass erhältst du nicht nur kostenfreien Eintritt in die Nationalparks, sondern auch in die „National Recreation Area“ wie zum Beispiel die Glen Canyon National Recreation Area (die ich dir dringend ans Herz lege). Solltest du dich länger als 7 Tage in dem Yosemite Nationalpark aufhalten wollen wirst du ebenfalls den Jahrespass kaufen müssen. Dieser liegt aktuell bei $70,00 und ist auch nur für den Yosemite Nationalpark gültig. Hier würde es sich dann schon eher lohnen den Jahrespass für $80,00 zu wählen der für alle Nationalparks in den USA gültig ist.

 

Viele Besucher verkaufen ihren Pass allerdings wenn sie abreisen. Vielleicht hast du auch Glück und findest den Pass günstiger im Internet oder verkaufst eben deinen nach deiner Abreise.

 

 

Wir sind gegen Abend und bei einem riesigen Gewitter in dem Park an dem Eingang bei El Portal angekommen und die Kontrollstelle war zu dem Zeitpunkt nicht besetzt, sodass wir keinen Eintritt zahlen mussten. Wenn du außerhalb der Saison den Yosemite Nationalpark besuchst wie wir könntest du also ebenfalls Glück haben und an der Gebühr „vorbeikommen“. 

Trails im Yosemite Nationalpark

Schon vor langer Zeit war der Yosemite Nationalpark vor allem für eins bekannt: seine steilen Granitfelswände. In den 70er Jahren sind hier die Hippies ohne Sicherung hochgeklettert und viele machen es ihnen bis heute nach- allerdings mit einer Sicherung. 

 

In dem Yosemite Nationalpark findest du einige sehr bekannte Trails, wie den Half Dome Trail, den El Capitan Trail und einen Teil des John Muir Trails. Diese Trails sind eine wahre Herausforderung und nur für geübte Wanderer (ohne Höhenangst) zu empfehlen. Wanderrouten die über mehrere Tage gehen gibt es hier zu genüge, allerdings brauchst du auch hier eine so genannte „Overnight Permit“. 

 

Eine Übersicht und Klassifizierung in leicht, mittel und schwer der Tageswanderungen findest du hier. https://www.nps.gov/yose/planyourvisit/valleyhikes.htm. Eine Liste mit allen Trails und der Angabe der Länge in Meilen und Kilometern kannst du dir hier runterladen. 

 

In dem Yosemite Nationalpark sind etliche Trails mittelschwer bis schwer, also unterschätze hier die Distanzen nicht. 2 Kilometer steil bergauf können auf einer Starthöhe von 1.200 Metern schnell sehr anstrengend werden also sei hier achtsam und übernimm dich nicht. 

 

 

Leider sind die wirklich schönen Aussichten nur über kilometerlange und steile Trails erreichbar, so ganz drumherum wirst du also nicht kommen.

Fotospots im Yosemite Nationalpark

Es gibt etliche Fotospots die du auf dem Level der Valleys, also ohne eine notwendige kilometerlange steile Wanderung erreichen kannst, für dich entdecken kannst. Der El Capitan und die Yosemite Falls kannst du von dort aus sehr gut sehen und einige Erinnerungsbilder schießen. Auch der Merced River gibt eine wunderschöne und wilde Fotokulisse ab. 

 

Einige andere bekannte und sehenswerte Fotospots, wie beispielsweise der Glacier Point, ist entweder über einen Trail oder eine einstündige Fahrt von dem Yosemite Valley entfernt. Von diesem Punkt hast du eine Aussicht auf das Yosemite Village, auf den Half Dome und den High Sierra- ein absolutes Muss. 

 

 

Eigentlich kannst du überall anhalten, staunen und Fotos schießen, der Yosemite Nationalpark bietet -vor allem nach einem starken Regen- unzählige Wasserfälle und reißende Flüsse, riesige Wiesen und beeindruckende Granitberge. Vor allem auf Trails die in die Höhe gehen (und einige abschrecken) wirst du oben angekommen unvergessliche und unvergleichliche Aufnahmen schießen können. 

Wildlife im Yosemite Nationalpark

Hier gilt dasselbe wie in allen anderen Nationalparks, egal ob Kanada oder in den USA, auch: nähere dich Wildtieren nicht und füttere sie nicht. Nicht nur, dass das Erhalten von Nahrung durch Menschen für Tiere extrem gefährlich ist, es ist auch verboten und wird wie in Kanada auch in den USA mit sehr hohen Strafen geahndet. 

 

Im Yosemite Nationalpark sind vor allem Bären präsent und scheuen sich nicht in die Villages zu kommen um an die Autos der Besucher zu klopfen. Hier ist es sehr wichtig, dass du alles was riecht in einen bärensicheren Container legst- vor allem Nahrungsmittel. Das Aufbewahren im Auto ist hier verboten. 

 

 

In dem Yosemite Nationalpark solltest du dich nicht auf Wildlife Begegnungen innerhalb der „Touristenzone“ verlassen. Wir haben während unseres Besuches keine Tiere zu Gesicht bekommen. Wenn du allerdings ein erfahrener Wanderer bist und vorhast mehrere Meter in die Höhe zu wandern stehen deine Chancen einem Bären zu begegnen etwas besser. Ob du das möchtest ist allerdings die andere Frage, daher solltest dich hier informieren wie man sich dann verhält.

Übernachten im Yosemite Nationalpark

Neben etlichen Lodges gibt es auch Campingplätze in dem Yosemite Nationalpark. Diese waren allerdings schon im Mai komplett alle belegt, sodass du in jedem Fall etwas reservieren solltest bevor du deine Reise in den Yosemite Nationalpark antrittst. 

 

Es gibt 13 Campingplätze in dem Yosemite Nationalpark, von denen allerdings 5 (Glen Aulin, May Lake, Sunrise, Merced Lake, und Vogelsang) im Hinterland, also im Backcountry, liegen. Das bedeutet, dass du hier hin wandern müsstest, nicht selten auf eine Höhe von 2.400-2.600 Metern. Diese sind also Backcountry Campingplätze auf denen du während einer mehrtägigen Wanderung dein Zelt aufschlagen könntest. 

 

Mehr über die Campingplätze und welche in welchem Zeitraum geöffnet sind erfährst du hier. Es gibt 4 Campingplätze die das ganze Jahr über geöffnet haben: Upper Pines, Camp 4 (nur für Zelte!), Wawona und Hodgen Meadow. Die genauen Öffnungszeiten sind jahreszeit- und witterungsabhängig, sodass du dich auf jeden Fall aktuell informieren solltest. Die Preise für eine Nacht auf einem Campingplatz auf der niedrigsten Ebene (auf 1.200 Metern) und damit in dem Village liegen aktuell bei US $26,00 und in Half Dome Village gibt es Duschen die man gegen einen Preis von US $5,00 nutzen kann. Die Campingplätze im Hinterland sind mit US $12,00-18,00 etwas günstiger. 

 

Der Yosemite Nationalpark gibt an „Wildcamp-Möglichkeiten“ auch nicht viel her. Hier würde ich definitiv zu einer Reservierung eines Campinplatzes raten. 

 

 

Solltest du trotzdem nach kostenlosen und (zumindest halbwegs) legalen Schlaforten suchen wollen empfehle ich dir dringend die App iOverlander. Hier habe ich mal nachgesehen und einige Optionen gefunden die zwar nicht direkt in dem Park liegen aber auch nicht allzu weit von den Toren des Parks entfernt sind.

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