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Yellowstone Nationalpark Guide

Der Yellowstone Nationalpark ist der erste Nationalpark und wurde bereits am 01.03.1872 gegründet. Bekannt ist er vor allem für die große Vielfalt an thermalen Wundern und seinen umfangreichen „Wildlifebestand“. Außerdem bietet wohl kaum ein anderer Nationalpark eine so große Auswahl an bestaunenswerten Naturschauspielen auf einer so enorm großen Fläche. Erreichen kann man den Park über die Staaten Wyoming, Montana und Idaho.

Allgemein

Wer auf einem Roadtrip durch die USA unterwegs ist wird an einem definitiv nicht vorbeikommen: den Nationalparks. Wir haben auf unserem Trip mehrere Nationalparks besucht: den Grand Canyon Nationalpark (sowohl den South, als auch den North Rim) , den Yosemite Nationalpark, den Yellowstone Nationalpark, den Zion Nationalpark, den Arches Nationalpark, den Bryce Canyon Nationalpark, den Capitol Reef Nationalpark und den Glacier Nationalpark

 

Was du über die Nationalparks in den USA wissen solltest: sie sind alle ähnlich aufgebaut. Die Parks werden alle von der Regierung betreut und geführt, sodass nicht nur die Reiseführer und Touristenbroschüren gleich aussehen, alle Parks haben auch eine ähnliche Ausstattung. Du wirst in den Parks neben Restaurants, Fast-Food-Ständen und Supermärkten auch Kaffeestände und sogar Post- und Bankfilialen finden. Auch Tankstellen waren in den drei Nationalparks zu finden. Natürlich sind die Preise etwas höher als außerhalb der Parks, aber verhungern oder liegen bleiben wird man in den Parks jedenfalls nicht.

 

Der Yellowstone Nationalpark liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von ca. 2.440 Metern (der höchste Punkt liegt bei Eagle Peak mit 3.462 Metern) die du bei deinem Besuch spüren wirst. Aufgrund der Höhe wird ein Besuch für dich frühestens gegen Ende April möglich sein, denn die Straßen und Wege die zu dem Nationalpark führen sind bis dahin aufgrund der Wetterbedingungen gesperrt. Es führen 5 Eingänge in den Park und 4 werden davon während des Winters für Fahrzeuge gesperrt, sodass du den Park nur mit einem Schneemobil erreichen kannst. Hier kannst du dich informieren wann welche Straße Zugang zu dem Park bietet und wann diese auch wieder gesperrt wird.

 

Es gibt außerdem eine eigene App für den Yellowstone Nationalpark welche wir während unseres Besuches auch genutzt haben. Diese hält dich über alle Vorkommnisse, Straßenverhältnisse und - vor allem - über die Aktivität des weltbekannten Geysirs „Old Faithful“ in Echtzeit auf dem Laufenden. Aktuell sind außerdem in der App Audiotouren zu dem Geysir Old Faithful, dem Upper Geysir Basin und zu dem bekannten Fountain Paint Pot neben einigen Informationen über Wanderwege abzurufen. 

 

Die Wetterkonditionen können innerhalb des Parks extrem schwanken, sodass du auf alles gefasst sein musst. Es kann extrem schnell kalt werden und selbst im Sommer kann es hier schneien. Nichtsdestotrotz (oder eben deswegen) bietet der Yellowstone Nationalpark eine riesige Menge an Aktivitäten und Attraktionen. Welche Dinge auf deiner Packliste stehen sollten kannst du übrigens hier nachlesen. 

 

Unabhängig von der Jahreszeit in der du einen Besuch hier planst solltest du in jedem Fall mehrere Tage für die Erkundung des Yellowstone Nationalparks einplanen. Es kann bis zu einer Stunde dauern um von einer Attraktion zur nächsten zu fahren, die Größe des Parks solltest du nicht unterschätzen. Eine gute Planung und Vorbereitung kann hier sehr von Bedeutung sein. 

 

Außerdem bietet der Yellowstone Nationalpark keinen kostenlosen Shuttleservice an. Zwischen dem Old Faithful und dem Grand Canyon of the Yellowstone liegen rund 80 km, sodass ein Auto ausdrücklich selbst von dem Nationalpark empfohlen wird. Es gibt allerdings einige unabhängige Anbieter die Rundreisen und ähnliches durch den Park anbieten. Die Touren werden vermutlich einiges mehr kosten als eine Tour in dem eigenen Auto durch den Park. Wie diese Veranstalter heißen und wie du diese findest erfährst du hier.

 

 

Abschließend möchte ich dich noch darauf hinweisen, dass die Höhe des Parks immer beachtet werden sollte. Die leichteste Anstrengung kann sehr kräftezehrend sein und es können schneller gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Überanstrengung auftreten. Beachte also immer dein Befinden und sei besonders bei Wanderungen vorsichtig.

Gebühren

Die Gebühren sind aufgrund der einheitlichen Führung durch die Regierung ebenfalls einheitlich. Es gilt -Stand 2019- folgendes:

 

Jedes nicht kommerzielle Fahrzeug muss eine Gebühr in Höhe von $35,00 (Motorräder müssen $30,00 zahlen) entrichten und darf sich dann 7 Tage im Yellowstone Nationalpark aufhalten. Die Passagiere in dem Fahrzeug müssen keinen gesonderten Eintritt zahlen. 

 

Solltest du zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Park „einreisen“ musst du für 7 Tage eine Gebühr in Höhe von $20,00 zahlen.

 

Solltest du mehr als zwei Nationalparks besuchen oder länger als 7 Tage in einem Nationalpark bleiben wollen lohnt es sich den Jahrespass für die Nationalparks in den USA zu kaufen. Dieser liegt bei $80,00, sodass es sich ab dem Besuch von drei Nationalparks rentiert diesen anzuschaffen. Solltest du dich länger als 7 Tage in dem Yellowstone Nationalpark aufhalten wollen wirst du ebenfalls den Jahrespass kaufen müssen. Dieser liegt aktuell bei $70,00 und ist auch nur für den Yellowstone Nationalpark gültig. Hier würde es sich dann schon eher lohnen den Jahrespass für $80,00 zu wählen der für alle Nationalparks in den USA gültig ist. 

 

Viele Besucher verkaufen ihren Pass allerdings wenn sie abreisen. Vielleicht hast du auch Glück und findest den Pass günstiger im Internet oder verkaufst eben deinen nach deiner Abreise.

 

 

Wir sind gegen Abend in dem Park an dem Westeingang angekommen und die Kontrollstelle war zu dem Zeitpunkt nicht besetzt, sodass wir keinen Eintritt zahlen mussten. Wenn du außerhalb der Saison den Yellowstone Nationalpark besuchst wie wir könntest du also ebenfalls Glück haben und an der Gebühr „vorbeikommen“. 

Trails

Es gibt kaum einen vergleichbaren Nationalpark wenn es um die Menge und Länge der Wanderwege geht. Der Yellowstone Nationalpark bietet knapp 2.000 km an Wanderwegen, von denen ein Großteil im „Backcountry“, also im Hinterland, liegt.

 

Wenn du vorhast eine Nacht (oder mehrere) auf einer Wanderung in dem Hinterland des Yellowstone Nationalparks zu verbringen ist hierfür eine Genehmigung  notwendig. Diese nennt sich „Backcountry Permit“ und kostet aktuell für eine Nacht in dem Nationalpark $3,00. Alternativ kannst du dir auch den Jahrespass für $25,00 besorgen. Dieser ist für mehrere Trips und in dem Zeitraum vom 25.05.-10.09. des Jahres in dem der Pass gekauft worden ist gültig. In der Hauptsaison, die aufgrund des Wetters in dem Yellowstone Nationalpark erst so richtig ab Mitte Juni beginnt, sind diese Genehmigungen in den Besucherzentren und den Ranger Stationen erhältlich. Im Frühling, Herbst und Winter musst du dich bei dem Backcountry Office informieren wann und wo du solch eine Genehmigung erhalten kannst. 

 

Neben den „Übernachtungstrails“ gibt es aber eine eine riesige Auswahl an kurzen oder Tageswanderungen auf denen du mehr von dem Nationalpark sehen kannst. 

 

Das Hiken und Campen in dem Hinterland ist in dem Yellowstone Nationalpark sehr beliebt, denn die meisten Besucher besichtigen den Park aufgrund der enormen Größe aus dem Auto aus und halten bei den Besucherattraktionen die bereits in der Vorsaison sehr gut besucht sind. Ein oder zwei Nächte in der Natur des Yellowstone Nationalparks zu verbringen ist daher sehr zu empfehlen. 

 

 

Aktuell wird die parkeigene App überarbeitet und über 100 Trailheads inklusive weiterer Informationen wie der Länge oder Besonderheiten sollen bald interaktiv abrufbar sein.

Fotospots

Der Park bietet eine unvergleichliche Vielfalt an Orten mit einer wunderschönen und einzigartigen Szenerie. Egal ob an dem berühmten und größten Geysir Old Faithful, an den bunten Schwefelbecken oder auf einer großen Wiese auf der gerade ein Dutzend Bisons grasen: die Kamera muss allzeit einsatzbereit sein. Vor allem für Bilder von Bären ist der Park berühmt. Wenn du bisher in diesem Gebiet eher wenig Erfahrung hast und gerne mehr darüber erfahren möchtest kannst du dir hier einige Tipps abholen.

 

Neben den „Hauptattraktionen“ bietet der Park aber auch eine Menge unbenannter Orte an denen du einzigartige Schnappschüsse machen kannst, denn insgesamt sind in dem Park verteilt ca. 150 thermale Quellen zu finden. Die wohl bekannteste Quelle sind die Mammooth Hot Springs, an denen du auf 1.902 Metern Höhe ca. 70 °C heißes Wasser dabei beobachten kannst wie es über natürliche Terrassen fließt. Aufgrund von natürlichen Faktoren können die Mammooth Hot Springs sogar je nach Ablagerung von Bakterien und Algen oder der Fließrichtung des Wassers verschiedene Farben haben, von Rot, Blau, Braun, Grün bis hin zu Gelb oder Weiß. Ein Foto ist hier also ein absolutes Pflichtprogramm. 

 

Da der Park sehr bekannt ist zieht er entsprechend eine riesige Menge an Besuchern an. Es ist also anzuraten entweder früh morgens oder spät abends auf der Jagd nach dem perfekten Bild unterwegs zu sein, da hier die Anzahl der Besucher relativ gering ist. 

 

 

Gelegenheiten für ein gutes Bild wirst du hier also mehr als genug haben.

Wildlife

Der Yellowstone Nationalpark ist aufgrund seines Bisonbestandes, aktuell leben hier rund 4.000-5.000 Bisons, sehr beliebt. Nachdem der Bisonbestand in dem Yellowstone Nationalpark in dem 19. Jahrhundert durch die Jagd stark bedroht war konnte der Bestand durch den Yellowstone und den Wood-Buffallo-Nationalpark  noch gerettet werden. 

 

Neben den zahlreichen Bisons, die auch gerne mal die Straße blockieren und in einer Seelenruhe die Straße in Zeitlupe überqueren, leben noch zahlreiche weitere wilde Tiere in dem Park. Neben Grizzly- und Schwarzbären sind hier auch Wölfe, Kojoten, Rehe und Elche zuhause. 

 

Nahrungsmittel und Kosmetika oder andere duftende Artikel sind in dafür vorgesehenen von Bären nicht zu öffnenden Behältern aufzubewahren. Es ist nicht unüblich, dass Bären sich in die „Villages“ in den Nationalparks wagen weil sie beispielsweise Zahnpasta gerochen haben. Der Geruchssinn eines Bären ist ca. 7.000 Mal so intensiv wie der eines Menschen, daher ist diese Anweisung des Nationalparks definitiv ernst zu nehmen. Auch hier werden hohe Strafen verhangen wenn man sich nicht an die Anweisungen hält und das sich Nähern eines Bären durch unsachgerechte Aufbewahrung riechender Artikel provoziert. 

 

 

Aufgrund der großen Anzahl wilder Tiere ist in diesem Nationalpark extreme Rücksicht und Vorsicht geboten. Hier gilt dasselbe wie in allen anderen Nationalparks, egal ob Kanada oder in den USA, auch: nähere dich Wildtieren nicht und füttere sie nicht. Nicht nur, dass das Erhalten von Nahrung durch Menschen für Tiere extrem gefährlich ist, es ist auch verboten und wird wie in Kanada auch in den USA mit sehr hohen Strafen geahndet.

Campen

Zu aller erst: das „Wildcampen“ ist in allen Nationalparks verboten. Wir haben es trotzdem gemacht. Campen ist nur in den dafür vorgesehen Bereichen und eben auf den in den Nationalparks liegenden Campingplätzen erlaubt. Wenn du das Risiko eingehen möchtest wirst du vor allem außerhalb der Hauptsaison mit Glück einen Platz finden können. Im Vergleich zu anderen Nationalparks in den USA und in Kanada (ausgenommen der Banff Nationapark, da ist das Wildcampen seit diesem Sommer unmöglich geworden) ist es allerdings nicht ganz so einfach und ich würde dir auch eher davon abraten dich darauf zu verlassen, dass du hier „Wildcampen“ kannst. 

 

Mit insgesamt 12 Campingplätzen (ca. $26,00-31,00/Nacht) die eine Kapazität von bis zu 2.000 Plätzen bieten ist der Yellowstone Nationalpark sehr gut ausgestattet. Wo du einen der 12 Plätze finden und reservieren kannst erfährst du hier. Auf fünf der 12 Campingplätze (Bridge Bay, Canyon, Fishing Bridge RV Park, Grant Village und Madison) kannst du vor deiner Ankunft bereits Plätze reservieren, was vor allem in der Hauptsaison absolut zu empfehlen ist. 

 

Die Campingplätze haben außerdem individuelle Zeiten an denen diese geöffnet sind. Im April ist beispielsweise nur ein Campingplatz, der Mammooth Campingplatz, geöffnet. Am 26.04. öffnet dann nur noch ein weiterer, der Madison Campingplatz, sodass du eine Reservierung erwägen solltest. 

 

 

Auch in dem Yellowstone Nationalpark sind Duschen und ein Waschsalon vorhanden und für jeden zugänglich, allerdings sind diese nur in der Hauptsaison geöffnet, sodass wir im April diese nicht nutzen konnten. Wenn du in der Hauptsaison den Park besuchst solltest du keine Probleme haben hier eine Dusche zu nehmen. Wo du die Duschen und Waschsalons finden kannst erfährst du in der Besucherbrochüre oder auf einer Parkkarte. 

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