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Wildlife in Kanada

Nicht nur Kanadas Landschaft und Natur sind wunderschön- die Tierwelt ist ebenfalls absolut einmalig. Während meiner Reise habe ich unzählige wilde Tiere gesehen und es war einfach nur unglaublich. 

 

Es gibt einige Orte an denen zum Beispiel die Bären- oder Rehpopulation höher sind als an anderen, es gibt aber auch Orte an denen du so viele Tiere siehst, dass du dich überhaupt nicht mehr wunderst wenn ein Schwarzbär am Straßenrand grasend rumspaziert. Meine Tipps beziehen sich alle auf die Frühling- und Sommerzeit. Im Herbst und Winter wirst du vermutlich weniger bis keine Bären sehen, da diese in der Zeit ihren Winterschlaf bzw. ihre Winterruhe halten.

 

An welchen Orten du vermutlich erfolgreich einen Bären oder einen Elch sichten kannst habe ich für dich nachfolgend nach den kanadischen Provinzen und Territorien gegliedert festgehalten:


British Columbia

Während unserer Reise haben wir vor allem in dem nördlichen Teil British Columbias Schwarzbären gesehen als wir aus den Nord West Territorien in Richtung Süden Kanadas gefahren sind. Auf Vancouver Island ist die Population der Grizzlybären im Vergleich zu Alberta übrigens fünfmal so hoch. Da Grizzlybären eher abend- und nachtaktiv sind musst du hier etwas geduldiger sein, Schwarzbären hingegen kannst du mit etwas Glück den ganzen Tag über entdecken. 

 

Auf der Strecke des Highway 16, des Highway of Tears, kommst du an vielen Orten vorbei an denen Pumas und Bären gesichtet worden sind. Als wir auf einer Receation Site in der Nähe von Smithers geschlafen haben konnten wir abends auch Wölfe heulen hören, gesehen haben wir in der Gegen allerdings leider nur -wie fast überall- Rehe, Elche und co.

 

Wenn du Haida Gwaii auf deiner Bucketliste hast musst du dich hier besonders vor Rehen in Acht nehmen, denn dort leben außergewöhnlich viele. Es kommt leider sehr häufig vor, dass diese Autounfälle verursachen, da die Rehe dort kaum scheu sind. In dem Zeitraum von 19.00 bis 00.00 Uhr ereignen sich übrigens die meisten durch Rehe und Elche verursachten Unfälle, also vermeide es in der Dämmerung und bei Nacht zu fahren wenn möglich. 

 

Auf Vancouver Island kannst du neben zahlreichen Bären ebenfalls viele Weißkopfadler beobachten. Auch Wölfe und Pumas nennen Vancouver Island ihr Zuhause, allerdings sind Sichtungen der beiden sehr selten. Deine beste Chance wirst du Abends haben, da die Wölfe und Pumas abend- und nachtaktiv sind. Das höchste Vorkommen an „Cougars“ auf Vancouver Island gibt es übrigens in der Nähe der Stadt Gold River in der Nähe von Campbell River.

 

Kleiner Geheimtipp: In der Nähe von Nanaimo gibt es in der Stadt Parksville eine Auffangstation für verletzte oder verstoßene Tiere, sodass du wenigstens dort Bären, Adler und andere Tiere beobachten kannst wenn du sonst noch kein Glück hattest. 

 

 

In British Columbia leben außerdem ebenfalls Rehe, Elche, Füchse, Kojoten und Hirsche. Eichhörnchen und Erdmännchen werden dir ebenfalls oft begegnen.


Nord West Territorien

Falls du vorhast während deiner Kanadareise einen Abstecher in die Nord West Territorien zu machen kannst du hier meine Tipps dafür nachlesen. Wir haben uns auch vorher informiert und es hat uns das ein oder andere Mal wirklich geholfen und es ist Einiges dabei, dass wir mal besser vorher gewusst hätten. Wenn du allerdings in der Frühjahr- und Sommerzeit hier bist kannst du dir sicher sein, dass du etliche Bisons, Büffel und Schwarzbären sehen wirst. Vor den Büffeln und Bisons musst du dich etwas in Acht nehmen, denn diese stehen gerne neben oder direkt auf den Highways. Vor allem auf dem Highway 3 werden dir zwischen Gold River und Yellowknife etliche Exemplare begegnen. Nähere dich den Herden besser nicht, vor allem dann nicht wenn Kälber dabei sind. Wir haben außerdem auf dem Highway 3 in Richtung Yellowknife und auf dem Highway 7 in Richtung British Columbia ein Dutzend Schwarzbären gesehen. Hier kommst du also voll auf deine Kosten. Vor allem abends spazieren Bären gerne an den Highways entlang also fahr vorsichtig. Rehe und Elche kannst du hier auch sehen, allerdings sind uns diese hier im Gegensatz zu anderen Gegenden seltener entgegengekommen. Zuhause sind hier übrigens auch Stachelschweine, Füchse und Kojoten.

 

 

Die Nord West Territorien beheimaten auch, wie die Form des Kennzeichens dieses Territorioms vermuten lässt, Polarbären. Wenn du dich weiter als Yellowknife in den Norden Kanadas traust kannst du hier auch Polarbären sichten. Das gilt übrigens auch für den Norden Québecs und Nunavuts.


alberta

Alberta war für mich das absolute Wildlifeparadies. Ähnlich wie in den Nord West Territorien habe ich hier etliche Schwarzbären sehen können. Das meiste Glück hatte ich auf der Maligne Road in dem Jasper Nationalpark. Die Straße ist bekannt dafür, dass man hier viele Bären sehen kann. Hier habe ich neben Schwarz- auch einen Grizzlybären sehen können. In der Nähe des Medicine Lake befindet sich übrigens ein Weißkopfadlerhabitat. Diese kannst du hier wenn du Glück hast auch sehen. In der Nähe von Jasper leben auch einige Wolfsrudel, leider kommt es aber sehr selten vor, dass man diese sieht. Es gibt Einheimische in Jasper die schon ihr ganzes Leben dort wohnen und noch nie einen Wolf gesehen haben. In der Nähe des Pyramid Lakes und auf der Maligne Road soll man abends und nachts die besten Chancen haben Wölfe zu sehen, wobei es eher wahrscheinlich ist, dass man die Wölfe in dieser Zeit nur hört. 

 

Auch auf dem Icefields Parkway waren ziemlich viele Bären unterwegs. Neben den Bären kannst du übrigens auch super viele Rehe, Elche und Hirsche im Jasper Nationalpark und auf dem Icefields Parkway beobachten. In Jasper werden auch nicht selten in der Nähe von Menschen Schwarz- und Grizzlybären gesichtet. Wenn ihr übrigens einen braunen Bären seht heißt das nicht, dass das ein Grizzlybär ist. Schwarzbären können trotz ihres Namens nämlich alle Färbungen haben, von schwarz bis weißbeige. In British Columbia gibt es an der Westküste Schwarzbären die weiß sind. 

 

Egal welchen Bären du siehst es gilt immer dasselbe: wenn es ein Junges ist nähere dich diesem niemals! Denn die Mutter des Bären ist definitiv in der Nähe und wird extrem aggressiv wenn sie dieses in Gefahr glaubt. Halte dich daher auf jeden Fall von Bärenjungen fern, natürlich aber auch von ausgewachsenen. Bären sind unberechenbar und können enormen Schaden verursachen.

 

Auch der Banff Nationalpark ist bekannt für die guten Chancen hier wilde Tiere zu sehen. Ich habe auf dem Bow Valley Parkway sogar einen Luchs und, wenn auch nur ganz kurz, einen Wolf sehen können. 

 

Wenn du sogenannte „Mountaingoats“, eine riesige Form von Bergziegen mit einem dichten weißen Fell, sehen möchtest musst du hierzu eine Wanderung in die Höhe unternehmen. Vor allem in der Nähe des Jasper Nationalpark, wie auch in dem Yoho und Kootenay Nationalpark, soll man diesen bei Wanderungen auf Berge begegnen können. 

 

Abends musst du dich auch hier besonders vor den Rehen und Elchen in Acht nehmen. Elche sind kaum scheu und laufen auch gerne mal durch die Stadt Banff, sodass du hier im Frühjahr und Sommer keine Anstrengungen unternehmen musst um diese zu sehen. Sollten in der Nähe von Rehen oder Elchen Kälber zu sehen sein musst du besonders aufpassen, denn dann können die Mütter besonders aggressiv werden wenn diese um das Wohl ihrer Kälber fürchten. 

 

 

Außerdem wirst du vermutlich, vor allem im Jasper Nationalpark und auf dem Icefields Parkway, auch Bergziegen bzw. Großhornschafe sehen. Diese stehen ebenfalls gerne im Mittelpunkt und versperren dir schon mal ganz gemütlich den Weg auf dem Highway. 


Neufundland & Labrador / Nova Scotia und New Brunswick

In den drei Provinzen waren wir ganz am Anfang unserer Reise unterwegs während noch meterhoch Schnee lag, daher haben wir hier leider keine große Vielfalt an Tieren gesehen. Lediglich ein paar Rehe konnten wir sehen, aber das ist in Kanada auch nichts Seltenes. Das bedeutet aber nicht, dass es hier keine Chancen für ein erfolgreiches Wildlifewatching gibt. Wenn du hier im Frühjahr und Sommer unterwegs bist wirst du auch hier Bären, Rehe und Elche sehen können.


Ontario & Quebec

Vor allem im Norden Québecs und Ontarios sind eine Menge wilder Tiere zuhause. Grundsätzlich sind die Chancen wilde Tiere zu sehen in Gegenden in denen wenige Menschen leben etwas besser als in großen Städten wie Toronto oder Montréal. Allerdings finden sich auch gelegentlich Bären und, vor allem die nicht so scheuen Rehe und Elche, in der Nähe von Menschen wieder. In der Stadt Churchill (Québec) werden sogar die Türen geparkter Autos offen gelassen um im Notfall als Fluchtort vor Bären zu dienen. Ganz in der Nähe Ottawas habe ich Ende März auf dem Seitenstreifen des Highways sogar wilde Truthähne gesehen. 

 

 

Vor allem in der Nähe von Wäldern sind auch hier zahlreiche Rehe, Elche und Hirsche unterwegs. 


Fazit

Die Auflistung soll dir nur ein Gefühl dafür geben welche Tiere du erwarten kannst. Natürlich kannst du auch andere Tiere sehen die ich nicht gesehen habe oder umgekehrt. Vieles ist auch jahres- und uhrzeitabhängig. In jedem Fall kannst du aber in Kanada mit einer Menge wilder Tiere rechnen. Am einfachsten ist es Rehe, Elche, Hirsche, alle Arten von Eichhörnchen, Erdmännchen, verschiedene Vogelarten, Bergziegen und co. zu sehen. Informier dich am besten vorher genau in den Besucherzentren darüber welche Tiere zu dem Zeitpunkt deiner Reise aktiv sind. 

 

Als Abschluss möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass das Füttern von wilden Tieren absolut verboten ist und in Kanada mit sehr hohen Strafen geahndet wird (bis zu $25,000). Das Füttern ist nämlich für wilde Tiere unter Umständen lebensbedrohlich. Wenn sich wilde Tiere erst einmal an „unser Essen“ gewöhnen verlieren sie die Angst und die Scheu vor Menschen. Sollten sich beispielsweise Bären dann einem Menschen nähern weil sie denken sie werden wieder gefüttert können diese sehr schnell aggressiv werden wenn sie kein Futter bekommen. In diesen Fällen werden aggressive Bären dann erschossen und das sollte unter keinen Umständen wegen einer fahrlässigen Fütterung geschehen. Grizzlybären dürfen in Kanada übrigens nicht gejagt werden. Auch für Schwarzbären besteht in bestimmten Regionen ein Jagdschutz. 

 

 

Halte daher auf jeden Fall einen gesunden Abstand (bei Bären mindestens 100 Meter und bei Rehen und co. 25 Meter), deine Kamera bereit und viel Glück!

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