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Reiseplanung Kanada

Die Planung einer Auslandsreise hängt von vielen Faktoren ab: Dauer der Reise, Dauer der Vorbereitungszeit, Zielland, persönliche Details und so weiter. In meinem Fall sieht die Ausgangsposition wie folgt aus: ich habe meinen Job gekündigt und meine Wohnung für die Dauer meines Auslandsaufenthaltes untervermietet. Meine Freundin hingegeben hat ihren Job nicht aufgegeben, sodass ihre Situation sich bereits anders dargestellt hat und eine andere Vorbereitung benötigte als bei mir. Wir haben uns im September 2018 entschieden diese Reise zu unternehmen und wollten Anfang März 2019 los. 

 

Für einen Aufenthalt von 6 Monaten rate ich jedem zu einer Auslandskrankenversicherung. In einigen Fällen wird diese sogar zwingend gefordert, zum Beispiel bei einem Working-Holiday-Visum. Ich habe während meines Aufenthaltes nicht gearbeitet und habe deswegen einige Dinge nicht benötigt wie beispielsweise eine Arbeitserlaubnis. 

 

Bei der Planung stand zwar noch nicht fest ob wir auch einen Abstecher in die USA machen würden oder nicht. Um während der Reise aber keine zusätzlichen bürokratischen Hürden meistern zu müssen habe ich mich vor der Reise bereits um die Einreiseerlaubnis für Kanada und auch für die USA gekümmert. Es hat sich nachher herausgestellt, dass solche Dinge sehr hilfreich sein können, denn wir haben uns sehr spontan für eine Einreise in die USA entschieden. Wenn man die Einreisegenehmigung bereits in der Tasche hat läuft die spontane Planänderung entspannter ab.

 

Natürlich spielt auch das Geld hier eine wesentliche Rolle. Da ich kein Working-Holiday-Visum habe konnte ich während meines Aufenthaltes nicht arbeiten um die Reisekasse aufzubessern. Vor Reiseantritt wurde also viel gespart und ich habe finanzielle Unterstützung von meiner Familie erhalten. 

 

Da man hier individuell planen muss kann ich euch nicht genau auf eure Reise zugeschnitten Tipps geben. Nachfolgend habe ich einige Dinge aufgeschrieben die sich bei uns nachher als hilfreich erwiesen hätten und einige Dinge von denen ich denke, dass diese auf die meisten zutrifft.

 

Einreisegenehmigung

 

Als erstes: keine Ausreise ohne gültigen Reisepass! Euer Reisepass sollte ab dem Rückreisedatum noch 6 Monate gültig sein um Probleme zu vermeiden. Das ist auch eine Voraussetzung um eine Einreisegenehmigung in die USA zu erhalten. Solltet ihr euren Reisepass -wie ich- neu beantragen müssen könnt ihr die zuständige Behörde bitten euch das Ausstellungsdatum, den Ausstellungsort (logischerweise der Ort an dem ihr lebt) und die Reisepassnummer mitzuteilen. Mit diesen Daten könnt ihr bereits beide Einreisegenehmigungen beantragen. Den Reisepass müsst ihr erst bei eurer Abreise in der Hand halten.

 

Um die Einreisegenehmigung für Kanada zu erhalten füllt ihr online das entsprechende Formular auf der offiziellen Internetseite der entsprechenden kanadischen Behörde aus. Es dauert hier in der Regel nur wenige Minuten bis ihr eine Antwort erhaltet, ich rate euch aber an die Genehmigung einige Wochen vor Reiseantritt zu beantragen, da es immer wieder zu Verzögerungen von bis zu einigen Wochen kommt. Die Genehmigung kostet $7,00 CAD welche ihr mit einer Kreditkarte auf der Internetseite bezahlen könnt. Das eTA ist ab Beantragung für einen Reisepass 5 Jahre lang gültig und man darf sich bis zu 6 Monaten in Kanada aufhalten. 

 

Ohne eine Einreisegenehmigung dürft ihr nicht nur nicht in Kanada einreisen, ihr dürft nicht einmal das Flugzeug in Deutschland betreten. Bereits an dem deutschen Flughafen wird elektronisch geprüft ob ihr ein positives eTA habt. Für die Einreise nach Kanada müsst ihr nichts ausdrucken. Das eTA wird elektronisch geführt und ist für die Behörden ohne Beleg nachvollziehbar. Anders sieht es bei der Einreisegenehmigung für die USA aus. 

 

Die Einreisegenehmigung heißt kurz eSTA und kostet euch $14,00 US Dollar. Hier kann die Bekanntgabe der Entscheidung einige Tage dauern und ihr müsst euch hierzu nochmals auf der Internetseite einloggen. Die amerikanische Behörde rät euch an die Bestätigung auszudrucken. Diesen Rat habe ich befolgt allerdings bei 3 Grenzübergängen während meiner Reise nie vorzeigen müssen. 

 

Achtet bei den beiden Internetseiten unbedingt darauf, dass das auch tatsächlich die richtigen sind. Es kommt immer häufiger vor, dass externe Dienstleister gegen einen Aufpreis den Antrag für euch ausfüllen und absenden, es ist allerdings wirklich einfach, sodass ihr die Formulare selber ausfüllen und euch das Geld für den Aufpreis sparen könnt.

 

 

Auslandskrankenversicherung

 

Hier habe ich die LVM Agentur Poersch als meine Anlaufsstelle gewählt. Die Auslandskrankenversicherung der LVM Versicherung deckt alles wichtige ab und war im Gegensatz zu anderen Versicherungen definitiv bezahlbar. Außerdem macht die LVM keinen Unterschied zwischen „weltweit“ und den USA bzw. Kanada. Bei den meisten Krankenversicherungen waren nämlich die USA und Kanada im kleingedruckten ausgeklammert. Die Behandlungskosten sind hier extrem hoch und das spiegelt sich leider in der Versicherungspolice wider. Wenn ihr den Haken bei „inklusive USA und Kanada“ setzt schnellen die Preise für die Versicherung in die Höhe. Das war für mich ein weiterer Grund  die LVM zu wählen

 

Setzt euch aufjedenfall mit eurer Krankenversicherung in Deutschland in Verbindung bevor ihr abreist. Ich habe meiner Krankenversicherung eine Kopie meiner Flugtickets und meiner Auslandskrankenversicherung zukommen lassen müssen um zu vermeiden, dass hier zusätzliche Kosten auf mich zukommen, denn in Deutschland ist bekanntermaßen die Krankenversicherung Pflicht. Es kann durchaus sein, dass eure Krankenversicherung euch dann pflichtversichert und ihr die Beiträge selber zahlen müsst. Das ist aber natürlich situationsbedingt, solltet ihr während der Zeit weiter beschäftigt sein sieht es schon wieder anders aus.

 

 

Reiseberatung bei eurem Arzt

 

Zusätzlich war ich auch bei meinem Hausarzt zu einer Reiseberatung und einem Check-Up meiner Impfungen. Einige Standardimpfungen sollten natürlich bestehen. In meinem Fall musste einiges aufgefrischt werden. Hier kommt es natürlich auch auf euer Reiseziel an. Kanada und die USA sind was das Gesundheitssystem und die Hygienevorschriften angeht vergleichbar mit Deutschland, es waren also keine „Sonderimpfungen“ nötig. Trotzdem habe ich einige im Nachhinein nützliche Tipps bekommen die ich auf der Reise gut gebrauchen konnte. Informiert euch vorher bei eurer Krankenversicherung. Einige Versicherungen übernehmen mittlerweile 90-100% der Reise(impf)kosten. Da euch in dem Fall keine Kosten entstehen würden rate ich euch das aufjedenfall wahrzunehmen. 

 

Route

 

Wenn euer Reiseziel und die Reisedauer feststeht solltet ihr euch fragen was ihr in der Zeit alles sehen möchtet. Unsere Reiseroute bestand weder zu Beginn noch während der Reise. Wir haben uns alles offen gelassen und haben uns eigentlich nur vorgenommen von Toronto aus in den Osten zu fahren und am Ende in Vancouver zu sein und British Columbia zu sehen. Alles dazwischen haben wir eigentlich eher nach Lust- und Wetterlage geplant oder gemacht. 

 

Daher würde ich dir auch eher dazu raten sehr oberflächlich zu planen. Das Wetter in Kanada ist sehr unbeständig und kann zu der einen oder anderen Überraschung führen. Reise lieber der Sonne und dem guten Wetter hinterher als „planmäßig“ im Regen zu sitzen. 

 

Apps

 

Während der Reise kamen immer mehr nützliche Apps in mein Portfolio hinzu. Außer den üblichen Navigationsapps HERE WeGo und Wikicamps, welche ich beide absolut empfehlen kann, habe ich mich auch bereits in Deutschland bei Uber registriert. Das ist in Großstädten wie Toronto oder Montréal nicht nur viel schneller und bequemer als ein Taxi sondern auch noch wesentlich günstiger. Solltet ihr in Deutschland bei Car2Go oder DriveNow registriert sein könnt ihr in einigen kanadischen Großstädten auch einfach Car2Go nutzen. In Calgary beispielsweise geht das ohne Probleme. Der einzige Unterschied ist, dass die Minutenpreise dann in CAD angezeigt werden.

 

Nach einigen Wochen hat sich auch die App Maps.me und AllTrails als nützlich erwiesen. 

 

Alle hier benannten Apps funktionieren grundsätzlich auch offline, sprich ohne Internetverbindung. Bei HERE WeGo und Maps.me müsst ihr die entsprechenden Daten für die Provinzen oder Territorien runterladen in denen ihr unterwegs seid. Nach abgeschlossenem Download funktionieren die Apps dann aber offline hervorragend und ihr findet nicht nur den richtigen Weg, sondern auch den nächsten kostenlosem Campingplatz oder die nächste Toilette.

 

 

Auto

 

Solltet ihr vorhaben ein Auto in Kanada zu kaufen kann es nicht schaden sich vorab über die Marktlage zu informieren. Viele Tipps und Informationen findet ihr auch in meinem Autoblog in dem ich über meine Erfahrungen berichte ein Auto in Toronto zu kaufen. 

 

AirBnb 

 

Für den Start eurer Reise würde ich euch vor allem dann dazu raten für die ersten paar Tage -wir haben uns für 10 Tage entschieden- ein AirBnB oder etwas ähnliches zu mieten. 

 

Kreditkarte und Banking

 

Ganz wichtiger Punkt: klärt vorher am besten mit euerer Bank ab ob sich irgend etwas während eurer Abwesenheit ändert. Die Bank meiner Freundin hat das Anmeldeverfahren während unserer Reise umgestellt. Dadurch hatten wir einige Zeit kein Zugriff auf unsere Finanzen, da bei uns alles über ein Konto gelaufen ist. Solche Dinge kann man mit Sicherheit im Vorfeld vermeiden. Es kann auch nicht schaden, der Bank mitzuteilen, dass man für eine geraume Zeit im Ausland ist. Es kann abhängig von der Bank nämlich bei „auffälligen Aktivitäten“ zu einer Kontosperrung kommen und das zu regeln stellt dann wirklich eine Herausforderung dar auf die ihr verzichten könnt. 

 

Checkt vorher noch einmal ab ob euer Online-Banking reibungslos funktioniert. Ihr werdet nämlich auch während eurer Reise Überweisungen tätigen müssen oder auch Geld erhalten.

 

Welche Kreditkarte ich auf Reisen empfehle und wieso könnt ihr hier nachlesen.

 

Speicherkarten und Akkus

 

Auf meiner To-Do Liste stand dieser Punkt ganz oben. Je nach Equipment welches ihr auf eure Reise mitnehmt rate ich euch noch den ein oder anderen Reserveakku zu besorgen. Insgesamt habe ich 8 Speicherkarten mit einer Gesamtkapazität von ca. 400 GB dabei, wobei die Speicherkarten unterschiedlich große Kapazitäten haben.

 

Solltet ihr mit dem Gedanken spielen euch bereits in Deutschland eine Drohne zu kaufen: tut es nicht. In Kanada kosten die Drohnen nach Umrechnung des CAD in Euro weniger, sodass es sich lohnt teurere Elektronik eher vor Ort zu kaufen. Welche Geschäfte Elektronik verkaufen habe ich euch hier aufgelistet.

 

 

 

 

 

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