· 

Grand Canyon Guide

Der Grand Canyon Nationalpark liegt in Arizona und  wird durch den Grand Canyon of the Colorado River mit einer stolzen Tiefe von 1,6 km in zwei Seiten aufgeteilt: den South und den North Rim, also die Süd- und die Nordseite. 

Allgemein

Wer auf einem Roadtrip durch die USA unterwegs ist wird an einem definitiv nicht vorbeikommen: den Nationalparks. Wir haben auf unserem Trip mehrere Nationalparks besucht: den Grand Canyon Nationalpark (sowohl den South, als auch den North Rim) , den Yosemite Nationalpark, den Yellowstone Nationalpark, den Zion Nationalpark, den Arches Nationalpark, den Bryce Canyon Nationalpark, den Capitol Reef Nationalpark und den Glacier Nationalpark.  

 

Während der South Rim (2134 m hoch) das ganze Jahr über für Besucher zugänglich ist, alle Annehmlichkeiten ganzjährig geöffnet sind und die Mehrheit der Touristen anzieht ist der North Rim (2438 m hoch) weniger besucht und die Geschäfte, Toiletten und co. haben erst ab Mitte Mai und nur bis Mitte Oktober geöffnet. Der Zugang zu dem North Rim ist für Fahrzeuge sogar vom 1. Dezember bis zum 15. Mai gesperrt. 

 

Wir sind fast drei Tage durch die USA gefahren um an dem South Rim anzukommen und es hat sich absolut gelohnt. Wenn du ebenfalls aus dem Nord-Osten der USA mit dem Auto anreist kannst du auch super die Route 66 auf den Weg zum Grand Canyon Nationalpark einbauen. 

 

 

Was du über die Nationalparks in den USA wissen solltest: sie sind alle ähnlich aufgebaut. Die Parks werden alle von der Regierung betreut und geführt, sodass nicht nur die Reiseführer und Touristenbroschüren gleich aussehen, alle Parks haben auch eine ähnliche Ausstattung. Du wirst in den Parks neben Restaurants, Fast-Food-Ständen und Supermärkten auch Kaffeestände und sogar Post- und Bankfilialen finden. Auch Tankstellen waren in den drei Nationalparks (LINK) zu finden. Natürlich sind die Preise etwas höher als außerhalb der Parks, aber verhungern oder liegen bleiben wird man in den Parks jedenfalls nicht.

Gebühren

Die Gebühren sind aufgrund der einheitlichen Führung durch die Regierung ebenfalls einheitlich. Es gilt -Stand 2019- folgendes:

 

Jedes nicht kommerzielle Fahrzeug muss eine Gebühr in Höhe von $35,00 (Motorräder müssen $30,00 zahlen) entrichten und darf sich dann 7 Tage im Grand Canyon Nationalpark aufhalten. Die Passagiere in dem Fahrzeug müssen keinen gesonderten Eintritt zahlen. 

 

Solltest du zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Park „einreisen“ musst du für 7 Tage eine Gebühr in Höhe von $20,00 zahlen.

 

Solltest du mehr als zwei Nationalparks besuchen oder länger als 7 Tage in einem Nationalpark bleiben wollen lohnt es sich den Jahrespass für die Nationalparks in den USA zu kaufen. Dieser liegt bei $80,00, sodass es sich ab dem Besuch von drei Nationalparks rentiert diesen anzuschaffen. Solltest du dich länger als 7 Tage in dem Grand Canyon Nationalpark aufhalten wollen wirst du ebenfalls den Jahrespass kaufen müssen. Dieser liegt aktuell bei $70,00 und ist auch nur für den Grand Canyon Nationalpark gültig. Hier würde es sich dann schon eher lohnen den Jahrespass für $80,00 zu wählen der für alle Nationalparks in den USA gültig ist. 

 

 

Viele Besucher verkaufen ihren Pass allerdings wenn sie abreisen. Vielleicht hast du auch Glück und findest den Pass günstiger im Internet oder verkaufst eben deinen nach deiner Abreise.

Trails

Es gibt an beiden Rims etliche „Trailheads“, also Startpunkte für Wanderwege. Außerdem kannst du auch den Trail aller Trails in diesem Nationalpark gehen: den Rim-to-Rim-Trail. Das Hiken in dem Grand Canyon Nationalpark ist nicht ungefährlich, ganz im Gegenteil. Durch das hier herrschende Klima und den teilweise extremen Höhenunterschied musst du dich hier wirklich gut vorbereiten und informieren. Es gibt einige Regeln die du definitiv befolgen solltest um Kreislaufprobleme und Ähnlichem vorzubeugen. In den warmen Jahreszeiten solltest du beispielsweise nicht zwischen 10.00 und 16.00 Uhr hiken, da es hier am wärmsten ist und die Sonnenstrahlen am stärksten sind. Wenn du hier als Anfänger eine Route aussuchst solltest du dir auch einige Zeit für einen „kurzen“ Weg lassen. Grundsätzlich gilt: nach jeder Stunde wandern eine Pause einlegen.

 

Die Nationalparks bieten eine Reine von sehr hilfreichen und übersichtlichen PDF-Dateien auf ihren Internetseiten zum Download an. Wenn du dich schon im voraus informieren möchtest welche Trails es gibt und wo du diese findest kannst du hier ganz einfach die entsprechenden Karten herunterladen, egal ob für den North-, den South-Rim oder die Backcountry Wege. Der Northrim bietet mehr Trails in kurzer oder mittellanger Distanz als der Southrim, trotzdem kommt hier definitiv jeder voll auf seine Kosten. Die Trails die ihren Anfang an dem Southrim haben sind übrigens entweder steil oder sehr steil, also lass dich von einer kurzen Traillänge nicht in die Irre führen, die Steigung macht auch kurze Trails zu einer extremen Aufgabe- vor allem bei Wärme und Sonnenschein.

 

Der Angel-Bright-Trailhead ist ein sehr geeigneter Trail für jeden, egal ob für Anfänger oder für fortgeschrittene Hiker. Der Trailhead ist außerdem der Start- und/oder Endpunkt des Rim-to-Rim-Hikes, je nachdem wo man anfängt. Der Trail ist individuell einteilbar, du kannst also entscheiden wie weit du den Canyon hinabsteigst (steil, bis zu 12 Meilen/ 19,3 km) und wann du kehrt machst. Hier würde ich dir allerdings raten nicht zu unterschätzen wie weit man hinabsteigt- denn diesen Weg musst du wieder hochsteigen und das kann mitunter sehr anstrengend werden. 

 

Wenn du vorhast einen mehrtägigen Trail zu gehen musst du dir vorher die „backcountry permit“ besorgen und während deines Hikes an deinem Rucksack befestigen. Im Sommer ist es sehr warm im Canyon, allerdings ist eine Abkühlung in dem Colorado River verboten. 

 

Neben dem Angel-Bright-Trail gibt es an dem South Rim noch den South Kaibab Trail (steil, bis zu 6 Meilen/9,6 km), den Hermit Trail (steil, bis zu 7 Meilen/11,2 km) und den Grandview Trail (sehr steil, bis zu 6,4 Meilen/103 km). Der South Rim ist als „Besucherliebling“ auch etwas gemütlicher vernetzt als der North Rim, denn du kannst hier den kostenlosen Shuttlebus nehmen um dich in dem Nationalpark fortzubewegen. Dieser fährt von morgens bis abends, grundsätzlich bis es dunkel wird. Es gibt mehrere Buslinien in dem Grand Canyon Nationalpark und jeder Trailhead wird von den Bussen angefahren. 

 

An dem North Rim findest du zahlreiche (Tages-)Trails in verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden die hier ausführlich aufgelistet sind. Hier operiert leider kein kostenloser Shuttlebus. 

 

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: während der Saison (15. Mai bis 15. Oktober) gibt es einen Shuttlebusservice der dich von dem South Rim zum North Rim bringt-oder umgekehrt. Die Fahrt in eine Richtung dauert ca. 4,5 Stunden. 

 

Wenn du vorhast eine Nacht (oder mehrere) im Canyon zu verbringen ist hierfür eine Genehmigung notwendig. Diese nennt sich „Backcountry Permit“ und kostet aktuell für eine Nacht in dem Canyon $10,00 und eine Nacht „über“ dem Canyon $8,00. 

 

 

Mehr Infos zu den Transportmöglichkeiten zu dem Nationalpark oder innerhalb des Parks findest du hier

Fotospots

Der Grand Canyon Nationalpark macht es einem sehr einfach atemberaubende und einmalige Bilder zu schießen. Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte an denen du halten kannst. Wir haben auch entlang des Desert View Drives geparkt, sind mit Campingstühlen losmarschiert und haben uns einen ruhigen Ort gesucht. So kann man noch entspannter die Aussicht genießen. 

 

 

Es lohnt sich außerdem auch deine Kamera auf einen Hike mitzunehmen. Beispielsweise bei dem Hinabsteigen entlang des Angel Bright Trails gibt es einige Punkte an denen es einen kleinen Ausblick aus Stein gibt. Diese Orte eignen sich ebenfalls super für ein schönes Bild auf dem du einen Wahnsinnshintergrund hast: die Wände des Grand Canyon. 

Wildlife

In dem Grand Canyon Nationalpark sind einige wilder Tiere heimisch. Unter anderem Elche, Rehe, Pumas und Kojoten. 

 

Die Elche und Rehe wirst du vor allem wenn es etwas wärmer ist mit einer 99 %igen Wahrscheinlichkeit zu Gesicht bekommen. Während unserer Reise haben wir in dem Grand Canyon Nationalpark ebenfalls nur Rehe und Elche gesehen. Die Kojoten und Pumas sind eher nachtaktiv und da es im April in dem Canyon bereits um 19.30 Uhr stockdüster ist wird es schwer diese zu entdecken wenn du zu einer ähnlichen Zeit deinen Besuch planst.

 

 

Hier gilt dasselbe wie in allen anderen Nationalparks, egal ob Kanada oder in den USA, auch: nähere dich Wildtieren nicht und füttere sie nicht. Nicht nur, dass das Erhalten von Nahrung durch Menschen für Tiere extrem gefährlich ist, es ist auch verboten und wird wie in Kanada auch in den USA mit sehr hohen Strafen geahndet. 

Campen im Grand Canyon

Zu aller erst: das „Wildcampen“ ist in allen Nationalparks verboten. Wir haben es trotzdem gemacht. Campen ist nur in den dafür vorgesehen Bereichen und eben auf den in den Nationalparks liegenden Campingplätzen erlaubt. Die Gebühren für die Campingplätze variieren von Park zu Park, in dem Grand Canyon Nationalpark gibt es auf dem South Rim zwei Campingplätze: den Desert View Campground ($12,00/Nacht, geöffnet ab Mitte Mai bis Mitte Oktober, ca. 35 km östlich von dem Grand Canyon Village, keine Reservierungen möglich) und den Mather Campground ($18,00/Nacht, ganzjährig geöffnet, Reservierungen von April bis Oktober möglich, ansonsten nach Verfügung). Auf dem North Rim gibt es in dem Nationalpark einen Campingplatz ($18,00-$25,00/Nacht, geöffnet ab Mitte Mai bis zum 31. Oktober, Reservierungen sind ausdrücklich empfohlen; der Campingplatz hat eine limitierte Aufenthaltsdauer von 7 Tagen pro Saison). 

 

Zu Beginn hatten wir einige Bedenken ohne eine sichere Übernachtungsmöglichkeit den zugegebenermaßen langen Weg bis in den Nationalpark zu fahren, denn außerhalb des Grand Canyon Nationalparks findest man so schnell kein günstiges Motel oder Ähnliches. Für Reisende mit einem Campervan und keinen besonderen Präferenzen hinsichtlich des „Schlafplatzes“ ist es eher machbar einen Ort zu finden. Wir haben zum Beispiel an einem Aussichtspunkt geparkt und geschlafen der einen Parkplatz für „Overnight Hiker“, also für Wanderer die eine oder mehrere Nächte in dem Grand Canyon verbringen, hat. Dazu muss ich sagen, dass wir im April da waren und somit außerhalb der Hauptsaison. Allerdings war der Park auch da schon sehr gut besucht also würde ich dir raten deinen Besuch bis spätestens Ende April einzuplanen. Die Temperaturen sind im April schon sehr hoch wenn man vorhat eine längere Wanderung mit im Durchschnitt 26°C ziemlich hoch. Hier kannst du dich vorher über die aktuellen Wetterkonditionen informieren  

 

Auf dem Campingplatz nahe des Grand Canyon Village kannst du übrigens auch Wäsche waschen und duschen. Die Orte sind auf den Karten der Nationalparks ausgezeichnet, sodass du nicht lange suchen musst. Eine Dusche kostete uns $2,00/8 Minuten und die Preise für die Waschmaschinen und Trockner waren definitiv auch nicht überteuert. Das macht das Wildcampen sehr annehmlich. 

 

 

Es gibt leider keine allzu gute WLAN-Quelle in dem Nationalpark. Während unseres Besuches des Southrims gab es nur in einem Restaurant WLAN und das war auch nicht allzu gut, sodass du hier eher einplanen solltest längere Zeit ohne Kontakt zur Außenwelt auszukommen. In dem Grand Canyon Village an dem Southrim findest du auch einen Supermarkt und ein Bistro mit Snacks wie Pizza und Kaffee. Die Preise sind zwar etwas höher aber für einen amerikanischen Nationalpark noch im Rahmen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0