Langzeitbelichtung

Die Langzeitbelichtung ist ein mittlerweile wichtiges Feature in der Welt des Fotografierens geworden. Mit der Langzeitbelichtung kannst du, wenn du weißt wie sie funktioniert, unruhiges Wasser auf deinen Bildern optisch glatt ziehen oder auch Sterne in einer finsteren Nacht im Himmel sichtbar machen. Bilder auf denen so etwas zu sehen ist sehen absolut einzigartig aus und sind mit ein paar Tipps und Tricks nicht mehr unmöglich. 

Was benötige ich für eine Langzeitbelichtung?

Die Langzeitbelichtung durchzuführen ist mit und ohne Zubehör möglich. Eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Langzeitbelichtung ist, dass deine Kamera während der Aufnahme absolut ruckelfrei ist. Die Dauer der Aufnahme des Bildes variiert aufgrund verschiedener Faktoren, die Kamera benötigt aber in jedem Fall mehrere Sekunden, in einigen Fällen sogar Minuten, um die Aufnahme erfolgreich zu erstellen. Daher brauchst du neben deiner Kamera auch ein Stativ. 

 

Damit das Bild nicht verwackelt benötigst du außerdem einen Fern- oder Selbstauslöser. In der Regel verfügen die heutigen Kameras über die Option des Selbstauslösers. Alternativ kannst du auch einen externen Fernauslöser verwenden. 

 

 

Zusätzlich kann man für die Langzeitbelichtung einen ND-Filter (Graufilter) verwenden. Diese Filter sind in einer riesigen Auswahl erhältlich.

 

Langzeitbelichtung mit einem ND-Filter

Die Funktion des ND-Filters (neutrale Dichte oder auch neutral density) ist das gewünschte Bild abzudunkeln. Das Prinzip ist also in etwa dasselbe wie das einer Sonnenbrille vor einem menschlichen Auge. ND-Filter sind in verschiedenen Abstufungen und damit in verschiedenen Stärken erhältlich. 

 

Wenn du dein Motiv gefunden hast musst du das Stativ aufbauen und den Fokus manuell einstellen. Grundsätzlich gilt je heller das Motiv, zum Beispiel bei starkem Sonnenschein, desto dunkler der benötigte ND-Filter. Bei Bildern in der Dämmerung benötigst du einen weniger starken ND-Filter. Nach dem Positionieren deiner Kamera und dem Einstellen des Autofokus’ bringst du nun den ND-Filter an. 

 

Je nach Dunkelheit deines Motives stellst du nun die entsprechende Belichtungszeit ein. Hier gilt die Regel je dunkler das Motiv desto länger die Belichtungszeit. Die Dauer der Belichtungszeit hängt allerdings auch von der Stärke deines ND-Filters ab, daher kann ich dir keine Faustregel mit auf den Weg geben. Ich empfehle dir ein Probebild mit ca. 10 Sekunden Belichtungsdauer zu schießen und dann anhand des Ergebnisses die Belichtungszeit zu optimieren. 

 

 

Mit der Zeit und ein bisschen Übung entwickelst du ein Gespür für die richtige Dauer der Belichtungszeit und für die Stärke des ND-Filters. 

Langzeitbelichtung ohne ND Filter

Ohne die Verwendung eines ND-Filters ist das Erzielen des gewünschten Effektes grundsätzlich auch möglich, jedoch nur unter gewissen Voraussetzungen. Bei Einbruch der Dämmerung oder an Orten mit wenig Sonnenlicht, zum Beispiel in einem dichten Wald, kannst du auch ohne ND-Filter tolle Aufnahmen mit einer Langzeitbelichtung erstellen. 

 

Ohne einen ND-Filter ist es allerdings etwas schwieriger eine erfolgreiche Aufnahme mit einer Langzeitbelichtung zu erstellen. Das manuelle Einstellen des Fokus ist schwieriger und man muss Glück mit den richtigen Lichtverhältnissen haben. Wenn weniger Sonnenlicht auf dein Motiv einstrahlt benötigst du ohnehin eine längere Belichtungszeit damit das Bild eine ausreichende Helligkeit hat. 

 

 

Sollte es sehr hell sein und du dennoch ein Bild mit einer Langzeitbelichtung schießen wollen kannst du die Blende weiter schließen. Dies hat den Effekt, dass weniger Sonnenlicht von der Kamera aufgenommen wird. Allerdings kann das zu weite Schließen, zum Beispiel bei dem Wert F 19, dazu führen, dass dein Bild nicht ganz scharf wird.